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Mischung darstellte. Jedenfalls bagann nach den Abendnachrichten ein

Massenansturm auf die Grenzbergangsstellen in Richtung Westberlin. Die

unvorbereiteten Grenztruppen gaben schlielich gegen 22.00 Uhr den Weg

frei, bald ohne jede Ausweiskontrolle. Dort trafen die Besucher auf

herbeigestrmte Westberliner, die ihrerseits ohne Formalitten die

bergnge passierten. Die Berliner Bilder von den Begrungsszenen

gingen um die Welt. In derselben Nacht erfasste die Bewegung auch die

innerdeutsche Grenze.

1) Welchem Thema ist der Text gewidmet?

2) Versuchen Sie, eine mgliche berschrift fr diesen Text zu

formulieren.

3) Schreiben Sie eine empfehlende Annotation zu diesem Text.

97

Ist er mal in Bedrngnis, klemmt sich der Pastor von Jevenstedt

seinen tragbaren Computer unter den Arm und behilft sich mit der

vorbereiteten Predigt, die per Diskette ins Haus kommt. Der Rechner

leistet aber auch gute Dienste bei Grabreden; beim Bibelstudium und beim

Layout des Gemeindebriefs. Achim Korthals hat gemeinsam mit anderen

pastoren sogar einen Verein gegrndet Macclesia heit er, und er hilft

den Gottesmnnern bei der Arbeit mit ihren Apple-Computern.

1) Beschreiben Sie bitte das Hauptproblem, dem der Text gewidmet ist, in

wenigen Stzen.

2) Versuchen Sie, eine mgliche berschrift fr diesen Text zu

formulieren.

3) Entnehmen Sie dem Text, welche Funktionen kann der Computer

bernehmen.

98

Ein besonderes inniges Verhltnis zu ihrem Computer hat Astrid

kasischke: Sie trgt ihn unter der haut ... Das zigarettenschachtelgroe

Gert namens Defibrillator verfolgt mittels einer Sonde jeden Schlag

ihres Herzens. Sollte es, wie schon zwiemal geschehen, grundlos und in

tdlichem Tempo zu rasen beginnen, versetzt der Defi ihrem Herzen

einen 700 Volt starken Elektroschock, so da es wieder normal zu

schlagen beginnt. Einmal hat ihr ganz persnlicher Computer Astrid

Kasischke bereits das Leben gerettet.

1) Versuchen Sie, die Textsorte zu benennen: Handelt es sich um einen

Bericht, einen Essay, eine Nachricht oder eine Reportage?

2) Entnehmen Sie dem Text, welche Funktionen kann der Computer

bernehmen.

3) Fertigen Sie eine Mind-Map zum Thema "Computer".

99

Wenn der Kantinenleiter Erich Hellwig fr die Hlfte seiner 700

tglichen Gste geschmorte Hirschkeule kocht, liefert ihm der Computer

nicht nur das Rezept. Er sorgt auch fr die kalkulation (pro Men 3,95

Mark), den Einkaufszettel und die Bestellung der 70 Kilo Fleisch per

Datenfernbertragung. Das Lager der kantine berwacht der Rechner

ebenfalls: Er registriert jede einzelne ausgeschenkte Tasse Kaffee und

sorgt rechtzeitig fr Nachschub.

1) Beschreiben Sie bitte das Hauptproblem, dem der Text gewidmet ist, in

wenigen Stzen.

2) Entnehmen Sie dem Text, welche Funktionen kann der Computer

bernehmen.

3) Wie heien die einzelnen Teile eines Computers?

100

Es gab mal eine Zeit, als der Heimcomputer nur ein dienstbares

Instrument und dem Menschen untertan war. Ein Brombel, mehr nicht.

Knpfchen an, Diskette rein, schon tippen wir im autodidaktischen

Drifingersystem Liebesbriefe, Diplomarbeiten, Flugbltter fr die

Demonstration und, weils so flott aussah, die Einkaufsliste fr den

Wochenmarkt. Ein bloer Schreibapparat oder, je nach Bedarf, eine

Rechenmaschine. Hauptsache, die Shift-taste war am Platz und die Floppy-

Disk beschriftet. Wir hatten den schnurrenden Kasten im Griff, nicht

umgekehrt.

1) Beschreiben Sie bitte das Hauptproblem, dem der Text gewidmet ist, in

wenigen Stzen.

2) Notieren Sie in Form einer Liste die Funktionen, die der Heimkomputer

vor etwa 10 Jahren erfllte.

3) Suchen Sie alle Wrter aus dem Text, die mit der Welt des Computers

zusammenhngen.

101

Es war eine Zeit, in der wir noch Macht ber die Maschine sprten.

Dann kam das Modem. Die Box, aus der es pfeift und knarzt, hauchte dem

seelenlosen Objekt Leben ein; indem sie es via Telefonkabel mit seinen

Artgenossen verband. Wir traten in Kontakt mit anderen Bedienern,

deren wahre Gesichter sich hinter Codes und Zahlenkrzeln verbargen.

Eine Parallelwelt, die wir erst mde belchelt haben, dann bestaunt und

schlielich forsch erkundet: E-Mail, Online-Dienste, Internet, World

Wide Web ...

Seitdem hngen wir an der elektronischen Nadel zur Freude der

Computerbranche. Wir knnen nicht mehr ohne, selbst wenn wir es wollten.

Wir brauchen unsere tgliche Dosis Computer. Die alten Machtverhltnisse

haben sich gewendet. Lngst hat der Computer uns im Griff. Wir richten

den Tagesplan nach ihm, prgen den Umgangston nach seiner Kunstsprache,

ntigen den traditionellen Medien wie Zeitschrift oder Fernsehen seine

pseudodreidimensionale Optik auf.

1) Beschreiben Sie die Vorteile und Nachteile, die das Modem mitgebracht

hat.

2) Suchen Sie alle Wrter aus dem Text, die mit der Welt des Computers

zusammenhngen.

3) Schreiben Sie eine empfehlende Annotation zu diesem Text.

102

Sobald sie sich durchs Bildschirmfenster ins virtuelle Jenseits

hineinsaugenlassen, nehmen sie die Koordinaten des Diesseits nicht mehr

wahr: Zeit und Raum, Wahrheit und Lge, Haupt- und Nebensache. Sie

stbern bis zum Morgengrauen durch Datenbanken und verschlafen

Geschftstermine. Ohne wirklich miteinander in engeren Kontakt zu

treten, flirten sie mit einem Bildschirmgegenber am anderen Ende der

Welt whrend das reale Gegenber im nebenzimmer harrt. Handgelenke

verdreht, die Augen matt, dumpf von Web-Site zu Web-Site und die

Gebhrenuhr rattert und rattert.

Psychologen vergleichen die Symptome der Online-Abhngigkeit in

wissenschaftlichen Abhandlungen mit Spielsucht und Alkoholismus:

Probleme am Arbeitsplatz, Beziehungskrisen, Verlust des Zeitgefhls,

Entzugserscheinungen. Virtuell gehrnte Ehefrauen reichen die Scheidung

ein; Selbsthilfegruppen diskutieren, nach der Art der anonymen

Alkoholiker, die Web-Manie ausgerechnet im Internet.

1) Versuchen Sie, eine mgliche berschrift fr diesen Text zu

formulieren.

2) Suchen Sie alle Wrter aus dem Text, die mit der Welt des Computers

zusammenhngen.

3) Schreiben Sie eine kurze Annotation zu diesem Text.

103

Noch im vorigen Jahrhundert glaubte man genau zu wissen, wann die

deutsche Geschichte begonnen hat: im Jahre 9 n. Chr. In jenem Jahr

besiegte Arminius, ein Frst des germanischen Stammes der Cherusker, im

Teutoburger Wald drei rmische Legionen.

Heute sieht man dies von einer anderen Sicht. Die Entstehung des

deutschen Volkes war ein sehr langer und schwerer Proze von

Jahrhunderten. Das Wort "Deutsch" ist wohl erst im 8. Jahrhundert

aufgekommen. Dieser Begriff war zuerst nur auf die Sprache gerichtet,

die im stlichen Teil des Frankenreiches gesprochen wurde.

Dieses Reich umfate viele Vlkerschaften. Sie sprachen

germanischen oder romanischen Dialekt. Nach dem Tode von Karl des Groen

fiel das Reich bald auseinander. Durch Erbteilung entstanden ein Ost-

und ein Westreich. Die Grenze fiel fast mit der Sprachgrenze zusammen.

In dem einen Teil wurde Franzsisch und in dem anderen Teil Deutsch

gesprochen. Erst nach einem groen Zeitabschnitt konnte man ein Gefhl

der Gemeinschaft entdecken. Spter wurde das Wort "deutsch" von der

Sprache auf die Menschen und auf ihr Wohngebiet bertragen. Es wurde von

Deutschland gesprochen.

Die Westgrenze wurde sehr schnell fixiert und blieb auch recht

stabil. Die Ostgrenze hingegen war jahrhundertelang flieend. Um 900

verlief sie etwa an den Flssen Elbe und Saale. Spter wurden die

deutschen Siedlungsgebiete teils friedlich, teils gewaltsam weit nach

Osten ausgedehnt.

1) Versuchen Sie, die Textsorte zu benennen: Handelt es sich um einen

Bericht, einen Essay, eine Nachricht oder eine Reportage?

2) Versuchen Sie, eine mgliche berschrift fr diesen Text zu

formulieren.

3) Schreiben Sie eine kurze Annotation zu diesem Text.

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1

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56. ?

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104

Begeistert waren sie vom Karneval: Da sich da jeder amsiert; da vom

Baby im Kinderwagen bis zum Opa alle verkleidet waren; da die ganze

Bevlkerung mitmacht. Und die unseren hatten sich schlielich auch

verkleidet und fanden das toll (vor der Abfahrt wollten sie nicht). Sie

kamen auch auf verschiedene Partys, wo es meistens sehr schn war; und

sie fanden, da so ein Karneval in Frankreich eingefhrt werden sollte.

Erstaunt waren unsere Schler ber die Schnheit der Schulgebude, ihre

Sauberkeit, erstaunt ber die fast luxurise Ausstattung, zum Beispiel

die Tafeln, die sich verschieben lassen, die Waschbecken in jedem

Klassenzimmer, die Fernsehapparate, die die Experimente der Lehrer in

den technischen Fchern wiedergeben, damit alle Schler folgen knnten

... Es war in dieser Hinsicht, mit unserer Schule verglichen, ein

Paradies.

1) Stellen Sie sich mglichst viele Fragen (Wer? Was? Wie viele? Wohin?

Woher? Wo? Von wem? usw.) ber diesen Text.

2) Stellen Sie fest, ob dieser Text Informationen zu folgenden Themen

enthlt:

3) die deutsche Literatur;

) die Ausstattung der Schulgebude;

) die Polizei. Wenn Sie welche finden, unterstreichen Sie bitte im

Text.

) Welche Themen werden in diesem Text behandelt?

105

Die Perversion der Welternhrungslage wird noch deutlicher, wenn wir

die Speisekarte unserer Milchkhe, Masttiere, Legehennen und veredelten

Landschweine betrachten: Soja aus Brasilien, Maniok aus Sdost-Asien,

Erdnsse aus dem Sahel-Gebiet und vieles mehr. Diese Exporte werden

gekrnt von direkten Fleischexporten aus Hungerlndern in die

Vereinigten Staaten und Europa. (...) Aus verschiedenen

sdamerikanischen Fischfanggebieten fhrten General Foods und Quaker

Oats Fischmehl in die USA aus. Anstatt mit den Fischen als hochwertigem

eiweihaltigem Nahrungsmittel die sdamerikanische Bevlkerung zu

ernhren, gelangen sie als Tierfutter in Hhner-, Katzen- und

Hundemgen.

1) Welches Thema wird in diesem Text behandelt?

2) Schreiben Sie die Beispiele fr die ungleiche Verteilung von

Nahrungsmitteln aus.

3) Welche Funktion hat der Text?

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1. ? -

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106

Nur im Winter hat Frank etwas mehr Zeit. Dann geht er zum Beispiel

zur Gemeindeversammlung nach Luckau. Der Zusammenhalt untereinander ist

fr mich auch ein Bestandteil von Heimat", sagt er. Hier kenn ich

jeden und kann mich auf alle verlassen." Dass man dafr aber auch etwas

tun muss, wei er genau, und er tut es gern.

Irgendwie sind wir ja alle aufeinander angewiesen, darum ist es

wichtig, dass ich mitentscheide." Gemeinderat mchte er spter einmal

werden, man trgt ja Verantwortung", sagt er und knetet dabei die

groen Hnde.

Heimat? Wenn ich nach Hause komme, dann ist da so ein Geruch nach

Heu und warmer Milch, nach Obstbumchen und nach Holz. So ganz natrlich

eben." Deshalb mchte Frank auch nie in der Stadt leben. Sie stinkt, ist

viel zu anonym und knstlich. Nicht viele sehen als Landwirt eine

Zukunft, das Leben ist nicht leicht. Aber es macht mir Freude, hier zu

arbeiten. Nauden ist meine Heimat, die Gemeinde, die Familie.

Deutschland, das ist das Drumherum."

1) Welche Themen werden in diesem Text behandelt?

2) Finden Sie die falsche Aussage und korrigieren Sie sie.

) Frank ist ein richtiger Stadmensch.

) Frank mchte spter Gemeinderat werden.

) Im Winter geht Frank oft zur Gemeindeversammlung.

3) Beantworten Sie die Frage: "Was ist fr Frank Heimat?"

107

Fast eine halbe Milliarde Menschen in den Entwicklungslndern

leiden Hunger. Tglich sterben 10 000 bis 15 000 Menschen an den Folgen

von Unterernhrung. Millionen Kinder sind blind durch Vitamin A-Mangel

oder geistig behindert durch proteinarme Nahrung oder leiden an anderen

Mangelerscheinungen.

Tglich werden auf der Erde etwa 2 Pfund Getreide pro Mann, Frau und

Kind produziert. Diese Menge knnte jedem Menschen, ohne die Produktion

gewaltiger Mengen Fleisch, Fisch, Gemse und Obst dazuzurechnen, tglich

3000 Kilokalorien zufhren.

Schon hier wird deutlich, da das Hungerproblem nicht primr an der

Erzeugung einer ausreichenden Menge an Nahrungsmitteln scheitert,

sondern daran, da die erzeugten Nahrungsmittel ungleich verteilt

werden. Mais, Gerste und Hafer (Proteingehalt im Durchschnitt 8 bis 14%)

und Sojabohnen (durchschnittlicher Proteingehalt 55 bis 40%) werden

allein in den Vereinigten Staaten zu 90% an Nutztiere verfttert. Die

Menge des verftterten Getreideproteins entspricht dabei fast dem

Proteinmangel auf der ganzen Welt. (Dabei ist das durchschnittliche

Umwandlungsverhltnis ca. 7:1, also 7 Pfund Getreide/Sojabohnen ergeben

l Pfund Fleisch.)

1) Will der Autor dieses Textes raten, informieren, eine Meinung uern

oder mehreres zugleich?

2) Schreiben Sie die Beispiele fr die Folgen des Hungers in

Entwicklungslndern aus.

3) Schreiben Sie eine kurze Annotation zu diesem Text.

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3

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Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf

den Schdel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? fragte Franz Kafka.

Nicht ungehrt. 21 Millionen Deutsche, ein Drittel der lesefhigen

Bevlkerung, wollen eine solche Verletzung gar nicht erst riskieren. Sie

lesen nie ein Buch.

Und das kam so: Ein Drittel von ihnen hrte mit dem Lesen auf,

weil sie es nach der Schule nicht mehr mussten, ein Sechstel, weil sie

einfach keine Lust mehr hatten, und ein Fnftel nach der Heirat (Liebe

macht wirklich blind!). 1,5 Millionen Deutsche haben mit dem Lesen nicht

einmal angefangen (weil sie es nie konnten), und weitere 4 Millionen

Deutsche greifen nur einmal im Monat zum Buch. Zum Sparbuch? Zum

Kochbuch?

1) Welche Themen werden im Text behandelt?

2)Um was fr einen Text (Kurzgeschichte, Bericht, wissenschaftlicher

Text usw.) handelt es sich hier?

3) Machen Sie eine kurze referative bersetzung dieses Textes.

109

Mitten in die Ereignisse fiel am 9. November 1989 die Ost-Berliner

Pressekonferenz des Politbro-Mitglieds Gnther Schabowski. Sie fand am

Rande einer Plenarsitzung des SED-Zentralkomitees statt. Schabowski

sprach kurz vor 19.00 Uhr berraschend von einer Neuregelung: Die

Privatreisen nach dem Ausland knnen ohne Vorliegen von Voraussetzungen

... beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Auf

die Nachfrage Wann tritt das in Kraft? antwortete der Sprecher, seiner

Kenntnis nach sofort, unverzglich. Ein weiteres Nachhaken betraf West-

Berlin. Schabowski: Also, doch. Doch. Stndige Ausreisen knnen ber

alle Grenzbergangsstellen der DDR zur BRD beziehungsweise Berlin (West)

erfolgen.

1) Welchem Thema ist der Text gewidmet?

2) Versuchen Sie, die Textsorte zu benennen: Handelt es sich um einen

Bericht, einen Essay, eine Nachricht oder eine Reportage?

3) Schreiben Sie eine empfehlende Annotation zu diesem Text.

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4

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59. (.),

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Das sieht dann so aus: Der deutsche Durchschnitts-Bcherschrank ist

beladen mit 180 Durchschnitts-Bchern. Zwei Regale sind der eher

trivialen Unterhaltung gewidmet, ein halbes den Nachschlagewerken und

ein ganzes Regal gehrt der anspruchsvollen Literatur: Hier verschaffen

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